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Zwei Deutsche Meistertitel für NRW durch Jens Kaehne und Hanspeter Detmer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von die Redaktion   
Montag, 30. Juni 2008

Jens Kaehne vom TSV Bayer 04 Leverkusen und Hanspeter Detmer vom SSC Kölner Roll-Möpse holten für ihre Vereine die ersten offiziellen Deutschen Meistertitel im Speedskating. Bei den Deutschen Bahn-Meisterschaften 2008 in Jüterbog gewann der Leverkusener Jens Kähne in der AK50 das Rennen über 1500 Meter. Der Kölner Hanspeter Detmer siegte im 300-Meter-Einzelsprint der AK60 und sicherte sich anschließend auch noch jeweils die dritten Plätze über 1500, 5000 und 3000 Meter.

Rosemarie Zilm vom CST Köln wurde in der AK60 der Damen Zweite im 300 Meter Sprint, über 1000 Meter sowie über 1500 Meter und belegte über 3000 Meter Platz drei. Insgesamt brachten es die Teilnehmer aus NRW bei diesen Deutschen Bahn-Meisterschaften auf neun Medaillengewinne.

Bei den Deutschen Nachwuchs-Besten-Wettbewerben belegte Malte Grieswelle vom SV Heepen Bielefeld bei den 10jährigen Schülern im Geschicklichkeitslauf den zweiten Platz.

Am Ende der Deutschen Meisterschaften nominierte der Deutsche Rollsport- und Inline-Verband seine Starter für die kommende Europameisterschaft im Juli in Gera. Markus Pape vom LC Solbad Ravensburg wird im Marathonrennen das deutsche Nationaltrikot tragen.

Außerdem wird der RIV-NRW bei der Europameisterschaft vertreten sein durch Nathalie Binz, Dirk Hagemann und John Gerhards, die dann in Gera zugleich ihre Prüfung für die europäische Schiri-Lizenz absolvieren. John Gerhards war auch schon bei der DM in Jüterbog im Einsatz.

Der erste Titelgewinn bei dieser Deutschen Bahnmeisterschaft für einen NRW-Sportler war eine große Überraschung. Von allen Teilnehmern in der AK60 ging Hanspeter Detmer (SSC Kölner Roll-Möpse) als erster an den Start – und blieb auch am Ende noch an der Spitze. Geschickt, aber nicht regelwidrig, nutzte der Kölner die böigen Windverhältnisse. Seine vorgelegte Zeit im Einzelsprint über 300 Meter von 31,151 Sekunden wurde von keinem weiteren Teilnehmer mehr erreicht. Seine Sprinterqualitäten bewies Detmer anschließend nochmals im Rennen über 1500 Meter, als er sich mit einem tollen Schlussspurt auf der Zielgeraden letztlich mit 8/100 Sekunden Vorsprung Platz drei vor Werner Tietschert vom SV Fläming Skate sicherte. Bis auf den Groß-Gerauer Norbert Jacobi, der über 1500 Meter den Titel gewann, schaffte es Detmer, alle, die er schon im Einzelsprint geschlagen hatte, auch auf den längeren Strecken zu besiegen. Beim Einzelsprint nicht am Start war Wolfgang Harling aus Alzenau, der die Rennen über 3000 und 5000 Meter gewann und im Rennen über 1500 Meter Zweiter war.

Jens Kaehne vom TSV Bayer 04 Leverkusen zählte zu den Teilnehmern an dieser Deutschen Meisterschaft auf der tollen Speedskating-Bahn in Jüterbog, die den größten Applaus bekamen. Eigentlich hatte sich Jens vorgenommen, im Einzelsprint über 300 Meter eine Medaille zu gewinnen, musste sich hier aber mit dem 6. Platz unter elf Startern zufrieden geben. Der sportliche Frust trieb ihn im 1500 Meter Rennen zu einer Wahnsinnsattacke, als er nach der ersten von sieben Runden einen Ausreißversuch startete, den das restliche Feld mit den Favoriten nicht ernst nahm. Viel zu spät starteten die vermeintlichen Favoriten die Aufholjagd. In der Schlusshektik kam es dann kurz vor dem Zieleinlauf unter den Verfolgern zu einem Sturz, so dass Jens das Glück des Tüchtigen und Mutigen auf seiner Seite hatte.

So erfreulich die Medaillenbilanz der NRW-Sportler auf der einen Seite ist, so enttäuschend ist insgesamt das Interesse der NRW-Sportler an einer Deutschen Bahn-Meisterschaft, an der aus anderen Landesverbänden nahezu alle Elitesportler der diversen Altersklassen teilnahmen. Ausgerechnet in den Hauptklassen der Damen und Herren sowie in der AK 30 der Damen und der Herren beteiligten sich jedoch absolut keine NRW-Starter an den hochwertigen Bahnwettkämpfen.

In der AK40 der Damen schlug sich Manuela Azzolini (LC Solbad Ravensberg) als einzige Dame aus NRW beachtlich, hatte allerdings gegen Gegnerinnen, die regelmäßig auf Bahnen trainieren können, letztlich keine großen Erfolgsaussichten. Unglücklicherweise stürzte Manuela auch noch im abschließenden Rennen über 1500 Meter.
Traurig auch die NRW-Beteiligung in der AK40 der Männer, wo Markus Faupel vom ASV Duisburg unter 17 Startern immerhin in der Gesamtwertung aus vier Einzelstrecken Rang neun belegte. Überragend war Jörg Rannacher vom Großenhainer RV, der alle Einzelrennen gewann.

In der AK50 der Männer war der Titelgewinn von Jens Kaehne natürlich das Highlight aus NRW-Sicht. Ralf Malzkorn behauptete sich unter elf Konkurrenten im Mittelfeld, obwohl er nach einem schweren Sturz am Schlusstag deutlich gehandicapt war.
In der AK60 der Männer waren neben Hanspeter Detmer aus NRW noch Peter Kleinert (ASV Duisburg), Winfried Krisch (TAV Bonn) und Lothar Zilm (CST Köln) am Start, konnten jedoch in den Kampf um die Medaillen nicht eingreifen. Immerhin belegte Winfried Krisch im Einzelsprint noch Rang vier.
 
Die herausragende Teilnehmerin bei den Deutschen Meisterschaften in Jüterbog war in der Hauptklasse der Damen wie erwartet die Geraern Sabine Berg. Die Junioren-Weltmeisterin holte sich gleich fünf DM Titel. Besonders bemerkenswert war ihr Sieg im 10000-Meter-Ausscheidungsrennen, bei dem Sabine gleich zu Anfang stürzte, aber in furioser Aufholjagd doch wieder Anschluss an das Feld fand.

In der Hauptklasse der Herren war der Sieg von Matthias Schwierz im 500-Meter- Sprintrennen besonders bemerkenswert. Matthias hatte sich im Winter bei einem Eisschnelllaufrennen eine so schwere Verletzung zugezogen, dass ein vorzeitiges Ende seiner hoffnungsvollen Karriere befürchtet werden musste. Drei DM-Titel sicherte sich der Darmstädter Felix Rijhnen über 1500 Meter, im 20000-Meter-Ausscheidungsrennen sowie beim 10000-Meter-Punkterennen.