11 Okt 13. Kölner Inline-Marathon - Zuwachs an Klasse und Masse

geschrieben von Redaktion Freigegeben in News

20090909kmIn einem aus Speedskater-Sicht allerdings sehr wichtigen Punkt blieb sich der Köln-Marathon leider treu: Auch im 13. Austragungsjahr hatte er wieder mit dem Wetter Pech. Zwar kübelte es nicht wie im Vorjahr vom Himmel. Die meiste Nässe hatte sich bereits vor dem Start über Kölns Straßen ergossen. Stellenweise war sogar mal ein Stück trockener Asphalt zu sehen. Aber eine Rutschpartie blieb es von Anfang bis Ende. Selbst die findigsten Rollen-Strategen waren machtlos. Weil es viele Tage zuvor warm und trocken war, hatte der erhöhte Gummiabrieb in Verbindung mit viel Staub und der Restfeuchtigkeit die Kölner Straßen in eine große Rutschbahn verwandelt. Unter diesem Aspekt ist das, was die Speedskater geleistet haben, mit Hochachtung zu bewerten.

Hätten die widrigen Umstände das Leistungsbild nicht verzerrt, hätte der 13. Köln-Marathon nicht nur bei den Marathon-Läufern mit einem neuen Köln-Rekord erstmals unter 2:10, sondern auch bei den Speedskatern ein Ausrufezeichen setzen können. Denn sowohl an sportlicher Klasse als auch an Teilnehmermasse war im Vergleich mit dem Vorjahr ein deutliches Plus zu verzeichnen. Die schwierigen Witterungsbedingungen verhinderten dann die zur Sportler-Klasse passenden Topp-Zeiten auf Kölner Straßen, die eigentlich in den letzten Jahren immer Skater-freundlicher geworden sind.

Herausragend bei den Damen das Weltklasse-Trio mit der eine Woche zuvor in China frischgekürten Marathon-Weltmeisterin Sabine Berg, der in diesem Rennen Drittplatzierten Berlinerin Jana Gegner und der vielfachen Weltmeisterin und dreimaligen Berlin-Marathon-Siegerin Cecilia Baena.

Und wer gewinnt? Katja Ulbrich aus Bayreuth, die Vorjahreszweite, vor der Staffel-Weltmeisterin und WM-Marathon-Dritten Jana Gegner, Tina Strüver aus Halle , Weltmeisterin Sabine Berg und der kolumbianischen Mit-Favoritin Cecilia Baena. Mit in dieser Spitzengruppe war als beste Sportlerin aus NRW die für den Neusser IC startende Mayke Exterkate, zugleich Gewinnerin der Damen-Gesamtwertung im Westdeutschen Speedskating Cup 2009. Als Newcomerin der Saison muss allerdings Claudia Maria Henneken vom SSC Kölner Roll-Möpse angesehen werden, die sich unter vergleichbaren Witterungsumständen gegenüber dem Vorjahr um fast 16 Minuten steigerte und jetzt den 11. Platz belegte. Pech hatte Ü30-Weltmeisterin Silke Röhr, die nach 10 km stürzte, sich dennoch aber wieder auf Rang 13 vorkämpfte.

Mit Felix Rijhnen von der ERSG Darmstadt war auch im Herren-Feld ein deutscher WM-Topp-Platzierter am Start. In China hatte Felix im WM-Marathon überraschend Platz drei belegt. Auch in Köln war Felix vorne, musste aber bei Zeitgleichheit dem für Berlin startenden Italiener Giacomo Cuncu, dem Franzosen Thomas Boucher, dem Neuseeländer Arlidge und dem Schweizer Regenspezialisten Nicolas Iten den Vortritt lassen.

Bester Speedskater aus NRW war auf Rang 14, allerdings schon mit knapp anderthalb Minuten Rückstand auf die fünf Topp-Fahrer, Markus Pape vom LC Solbad Ravensberg. Der aus dem gleichen Klub stammende aktuelle Deutsche Juniorenmeister Patrick Naerger belegte den 40. Rang.

Zu den erfreulichen Fakten des 13. Kölner Inline-Marathons gehören die Finisherzahlen. Waren es im Regenjahre 2008 laut Ergebnisliste 1245 Finisher, so konnte die Finisherzahl im Regenjahr 2009 um gut fünf Prozent auf 1314 Finisher gesteigert werden. Damit war der Trend in Köln genau umgekehrt zum Berlin-Inline-Marathon, der in beiden Vergleichsjahren bei optimalen Witterungsbedingungen ausgetragen wurde, in diesem Jahr jedoch einen Finisher-Verlust im Vergleich zum Vorjahr um rund vier Prozent (5654 Finisher in 2008 zu 5463 Finisher in 2009) hinnehmen musste.