03 Nov Krefeld - ein kleiner Schritt in die richtige Richtung

geschrieben von Redaktion Freigegeben in News

Ohne Sportstätte hat keine Sportart eine Zukunftschance. Für jede Sportart, für jeden Verein ist die Sportart spezifische Sportstätte Dreh- und Angelpunkt. Nur wo eine für die jeweilige Sportart klar definierte Sportstätte ausgewiesen wird, kann auch ordentliche Jugend- und Nachwuchsarbeit betrieben werden. Das Dilemma des Inline-Speedskatens in NRW ist, dass im größten deutschen Rollsport-Landesverband nur eine einzige Speedskating-Bahn vorhanden ist. Die für die World Games 2005 gebaute Bahn in Duisburg wird aber viel zu häufig für Sportart fremde Zwecke missbraucht.

Nun kommt aus Krefeld ein hoffnungsvolles Signal. Das Sportamt der Stadt hat den Krefelder Fun-Skatern innerhalb der Freizeitanlage am Elfrather See eine Freifläche zugewiesen, auf der sie sich eine Speedskating-Bahn einzeichnen konnten.

Diese Zuweisung ist umso erstaunlicher, schienen die Fun-Skater doch über lange Zeit keine allzu guten Karten in ihrer Heimatstadt zu haben. Ihr Begehren, in einer Sporthalle „überwintern“ zu können, wird seit Jahren generell abgelehnt, obwohl das Inline-Skaten inzwischen in fast allen DIN-Sporthallen in NRW grundsätzlich zugelassen ist.

Interessant ist, wie die Fun Skater zu ihrer Sportanlage gekommen sind: Beim Sportamt der Stadt war immer wieder angefragt worden, wo man auf Inline Skates die Prüfungen für das Deutsche Sportabzeichen ablegen könne. Dazu bedarf es vermessener Strecken. Übliche Straßen sind nicht geeignet.

Die asphaltierte Fläche am Elfrather See wurde von den Fun Skatern in Eigenregie vermessen. Mit Nagel, Hammer, einem langen Draht für das Ziehen des Kurvenradius, Kreide und Farbe wurde zunächst eine ovale Innenbahn aufgezeichnet. Inzwischen ist auch die Bahnbreite von sechs Metern markiert. Der Kurvenradius beträgt akzeptable 11 Meter; insgesamt beträgt die innen vermessene Bahnlänge 150 Meter.

Für Sportabzeichen-Prüfungen ist diese Bahn durchaus geeignet. Natürlich wird man auf so einer Bahn jedoch keine großen Wettkämpfe austragen können. Aber als Übungsplatz ist das, was die Krefelder mit einer Investition von rund 250 € in Farbe und Asphalt-Ausgleichsmasse da angelegt haben, durchaus ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Übrigens wurden die Auslagen den kreativen Fun Skatern inzwischen von der Stadt erstattet.

Jetzt wünscht sich die Fachsparte Speedskating im RIV-NRW, dass die Fun Skater möglichst bald auch mit Bahn-Wettbewerben für den NRW-Skater-Nachwuchs auf die Attraktivität des Inline-Speedskatens aufmerksam machen.