18 Mai Skater, kämpft für eure Straßen-Rennen!

geschrieben von Johannes Gerhards Freigegeben in News

Die ernüchternden Anmeldezahlen für die Deutsche Meisterschaft im Halbmarathon lassen für die Zukunft der Staßenrennen das Schlimmste befürchten. Dabei ist der DRIV gerade den Seniorensportlern mit der neuen Altersklassenregelung - ab AK 50 geht es in 5-Jahres-Schritten weiter - schon sehr entgegen gekommen. Das Argument der Befürworter, dadurch seien höhere Teilnehmerzahlen zu erwarten, wird aktuell gerade durch die bittere Realität widerlegt, die Regelung also möglicherweise demnächst wieder zurück genommen...

Auch RIV und WSC können von der Misere getroffen werden: der Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg steht auf der Kippe. Sollten die Anmeldezahlen unter das vom Veranstalter festgelegte Minimum sinken, wird es im Ruhrgebiet künftig keinen Skater-Marathon mehr geben! Für das Jahr 2012 versuchen die Organisatoren zum wiederholten Male, den Skatern eine"goldene Brücke" zu bauen: um die Terminkollision mit dem Mittelrhein-Marathon zu vermeiden, wurde der RRM auf den 20. Mai 2012 vorverlegt. Wenn auch dann die Zahlen nicht reichen, war es das dann wohl...

Diese Tendenz kommt keineswegs überraschend und zeichnet sich seit Jahren ab: mit den Skatern können die Organisatoren im Gegensatz zu früheren Jahren nicht mehr kostendeckend kalkulieren. Der Duisburg-Marathon hat mit DRIV und RIV stets erfolgreich zusammen gearbeitet, was bekanntermaßen nicht für alle Veranstalter in diesem Bundesland gilt. Die anspruchsvolle und für die Region charakteristische Streckenführung garantiert sicher kein "Wellness- und Bestzeitenrennen",  sondern bietet echte sportliche Herausforderung. Dazu kommt als Alleinstellungsmerkmal der Zieleinlauf im Stadion mit Gänsehauteffekt. Was wollt ihr also?

Der Bestzeiten-Hype gehört ohnehin bereits der Vergangenheit an: die exakte Streckenlänge von 42,195 km wird nur noch in Ausnahmefällen erreicht: bei den World Masters in Dijon, bei der DM in Bielefeld und sogar am Mittelrhein werden verkürzte Strecken angeboten - und dass Berlin (für Skater) immer exakt vermessen gewesen sein soll, wird in manchen Kreisen durchaus angezweifelt. Was soll's, für die Attraktivität der Rennen spielen zwei, drei Kilometer mehr oder weniger keine große Rolle, wie der Inlineday in Kerpen beweist...

Im Hochleistungs- und Nachwuchsbereich hat sich inzwischen längst eine Änderung vollzogen: der Europa-Cup - mit 10 internationalen Bahnveranstaltungen über ganz Europa verteilt - erfreut sich wachsender Beliebtheit, die Jugendrennen werden eh bereits zum größten Teil auf Rundkursen ausgetragen. Doch wo sind die Sportler aus Deutschlands mitgliederstärkstem Verband? Jetzt sind die so genannten "Straßenskater" am Zug: wenn ihr eure Rennen wirklich wollt, solltet ihr dafür etwas tun, z.B. sich umgehend für Duisburg anmelden und so den Veranstaltern ein klares Signal senden.