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18. May 2011

Skater, kämpft für eure Straßen-Rennen!

Die ernüchternden Anmeldezahlen für die Deutsche Meisterschaft im Halbmarathon lassen für die Zukunft der Staßenrennen das Schlimmste befürchten. Dabei ist der DRIV gerade den Seniorensportlern mit der neuen Altersklassenregelung - ab AK 50 geht es in 5-Jahres-Schritten weiter - schon sehr entgegen gekommen. Das Argument der Befürworter, dadurch seien höhere Teilnehmerzahlen zu erwarten, wird aktuell gerade durch die bittere Realität widerlegt, die Regelung also möglicherweise demnächst wieder zurück genommen...

Auch RIV und WSC können von der Misere getroffen werden: der Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg steht auf der Kippe. Sollten die Anmeldezahlen unter das vom Veranstalter festgelegte Minimum sinken, wird es im Ruhrgebiet künftig keinen Skater-Marathon mehr geben! Für das Jahr 2012 versuchen die Organisatoren zum wiederholten Male, den Skatern eine"goldene Brücke" zu bauen: um die Terminkollision mit dem Mittelrhein-Marathon zu vermeiden, wurde der RRM auf den 20. Mai 2012 vorverlegt. Wenn auch dann die Zahlen nicht reichen, war es das dann wohl...

Diese Tendenz kommt keineswegs überraschend und zeichnet sich seit Jahren ab: mit den Skatern können die Organisatoren im Gegensatz zu früheren Jahren nicht mehr kostendeckend kalkulieren. Der Duisburg-Marathon hat mit DRIV und RIV stets erfolgreich zusammen gearbeitet, was bekanntermaßen nicht für alle Veranstalter in diesem Bundesland gilt. Die anspruchsvolle und für die Region charakteristische Streckenführung garantiert sicher kein "Wellness- und Bestzeitenrennen",  sondern bietet echte sportliche Herausforderung. Dazu kommt als Alleinstellungsmerkmal der Zieleinlauf im Stadion mit Gänsehauteffekt. Was wollt ihr also?

Der Bestzeiten-Hype gehört ohnehin bereits der Vergangenheit an: die exakte Streckenlänge von 42,195 km wird nur noch in Ausnahmefällen erreicht: bei den World Masters in Dijon, bei der DM in Bielefeld und sogar am Mittelrhein werden verkürzte Strecken angeboten - und dass Berlin (für Skater) immer exakt vermessen gewesen sein soll, wird in manchen Kreisen durchaus angezweifelt. Was soll's, für die Attraktivität der Rennen spielen zwei, drei Kilometer mehr oder weniger keine große Rolle, wie der Inlineday in Kerpen beweist...

Im Hochleistungs- und Nachwuchsbereich hat sich inzwischen längst eine Änderung vollzogen: der Europa-Cup - mit 10 internationalen Bahnveranstaltungen über ganz Europa verteilt - erfreut sich wachsender Beliebtheit, die Jugendrennen werden eh bereits zum größten Teil auf Rundkursen ausgetragen. Doch wo sind die Sportler aus Deutschlands mitgliederstärkstem Verband? Jetzt sind die so genannten "Straßenskater" am Zug: wenn ihr eure Rennen wirklich wollt, solltet ihr dafür etwas tun, z.B. sich umgehend für Duisburg anmelden und so den Veranstaltern ein klares Signal senden.

3 comments

  • Comment Link Frank Weber 20. Mai 2011 posted by Frank Weber

    ich bin mir nie sicher, ob diese Aufrufe überhaupt einen Zweck haben...eigentlich erreicht man damit doch die Falschen. Nur diejenigen, die sich überhaupt für Speedskaten als Sport interessieren kennen diese Seite hier und die kennen auch die Problematik...in einer Gesellschaft in der nur Wachstum zählt ist Stagnation schon ein Problem und Rückschritt eine Katatrophe. Nur woher sollen denn die großen Teilnehmerzahlen kommen??? Bei Meisterschaften hat man einfach das große Problem: sie sind i.d.R nur für diejenigen interessant, die um die Plätze 1 - max. 20 mitfahren. Diejenigen ziehen da ihre Motivation heraus um Rennen zu fahren. Alle anderen fahren Rennen doch aus völlig anderen Gründen. Nach wie vor bin ich der absolut festen Überzeugung man muss nicht bei den Vereinen ansetzen, man muss bei den Breitensportlern ansetzen. Nur wenn das Rennen auch viele Sportler ansich anzieht, dann werden auch die "durchschnittlichen" Vereinssportler angesprochen. Wenn ein Breitensportler sich zwischen Mittelrhein und Duisburg entscheiden muss, dann wird er (wenn für ihn die Entfernung zum Event keine zu große Rolle spielt) immer die Strecke am Mittelrhein bevorzugen und auch wohl kaum beide Rennen fahren. Die frühe Startzeit ist ebenfalls kein Pluspunkt für Duisburg. Hobbyfahrer interessieren sich auch kaum für Rennen die kürzer als Marathon sind, das kann in Kassel das Problem sein, unabhängig von der Meisterschaftsproblematik. Irgendwo ist man hier in einer Zwickmühle, Straßenkurse bekommt man nur vernünftig vermarktet wenn die Teilnehmerzahlen entsprechend sind, Meisterschaftsrennen schrecken eher ab...und ein Meisterschaftsrennen in ein großes Event zu integrieren klappt aus Gründen der WKO nicht...ich würde ja z.B. den MRM als DM ausrichten, 1. Block internationale deutsche Meisterschaft und nationaler deutscher Meister wird hier der erste Deutsche, ab 2. Block nur national: AK 30, Block AK 40 usw, Breitensportblock. AKTeilnehmer farbige Startnummern, Windschattenfahren bei Breitensport nicht erlaubt. Sicher zu einfach gedacht aber ggf. muss man sich für Straßenrennen einfach etwas anderes überlegen als für Bahnrennen.

  • Comment Link Andreas 19. Mai 2011 posted by Andreas

    Ich finde nicht, dass wir die Straßenrennen so einfach aufgeben sollten, um uns auf die Bahnen zurückzuziehen!
    Es stimmt aber, dass es nicht immer genau 42,195 km sein müssen ;-)

    Der Post SV Buer veranstaltet in diesem Jahr zum dritten Mal in Recklinghausen das Inlineskater-Rennen "40 Minuten plus 1 Runde" über die Wallringringstraßen rund um die Innenstadt. Zusammen mit den Radrennen an diesem Tag, ist das eine sehr publikumswirksame Veranstaltung und macht sowohl Teilnehmern, als auch Zuschauern viel Spaß.

    Allerdings würden wir uns auch hier über eine deutlich höhere Zahl von Anmeldungen freuen.

    Weitere Infos unter
    http://www.wallringfest.de
    http://www.post-sv-buer.de

  • Comment Link Hanno 18. Mai 2011 posted by Hanno

    Das die Zukunft und Attraktivität unseres Sports auf der Bahn liegt ist keine neue Erkenntnis. Nur wir in NRW kriegen das zu wenig hin. Um auf Bundesebene besonders im Jugendsport erfolgreich zu sein, gibt es eigentlich keine alternative. Schön das es wieder Bahnrennen in DU und Leverkusen gibt.

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