Stellungnahme zum Düsseldorf Marathon

riv_nrw.jpgDer Oberschiedsrichter hat absolut richtig und konsequent gehandelt. Da
dieser auch für die Lizenzierung in NRW verantwortlich ist und die
Strecke vorher besichtigt hat, ist dies umso ärgerlicher. Allerdings
kann niemand, der im Oktober eine Strecke abnimmt, deren Beschaffenheit
im Mai erkennen.

Auflagen des DRIV an Veranstalter werden nicht aus Jux und Dollerei
gemacht sondern haben wichtige Gründe. Daher sind die Auflagen
einzuhalten. Jeder Veranstalter muss wissen, dass die Inlineskater
innerhalb eines Laufmarathon sich mit der 3-fachen Geschwindigkeit
fortbewegen und deshalb ein höheres Schutzrecht haben.


Werden Auflagen,
die der Sicherheit der Sportler dienen, mißachtet, ist dies sträflicher
Leichtsinn (ich weiß nicht wie dies im Schadensfall juritisch gewertet
wird).

Ebenfalls negativ ist für mich, dass obwohl es vom Oberschiedsrichter
gefordert wurde, keine Durchsage an die Sportler gemacht wurde. Ich
hätte mir hier wesentlich mehr Verantwortungsgefühl gewünscht. Eine
Durchsage mit dem Inhalt, dass die Sicherheitsforderungen des DRIV
nicht erfüllt wurden und der DRIV deshalb seine Lizenzierung
zurückzieht und dass alle Sportler, die jetzt noch starten, sich der
Sicherheitsmängel bewusst sein
müssen, wäre das Mindeste gewesen. Wenn jetzt Sportler noch starten, dann ist es ihre eigene freie und bewusste Entscheidung.

Problematisch ist in diesem Zusammenhang die Wertung des Rennens für
die Rangliste. Da die Warnung, bzw. der Hinweis auf Lizenzentzug den
Sportlern nicht bekannt war, sind diese guten Glaubens gestartet. Ich
muss hier klar trennen. Deshalb wird dieses Rennen für die Rangliste
gewertet.


Wie gehen wir in Zukunft vor:

die Rennbewertung wird von Sportlern, Ober-Schiedsrichter, Rennleiter
und Veranstalter gemacht. Die Auswertung der Meldungen wird allen
bekannt gegeben und dient dem Referat Lizenzierung für die
Entscheidungen für das Folgejahr. Bei allen Rennen, bei denen es Mängel
gab, wird der DRIV einen neuen Lizenzierungsantrag intensiv prüfen und
im Vorfeld Regeln für die Einhaltung der Auflagen festlegen. Leider
können wir keinerlei materielle Zwangsmittel einsetzen. Diese Auflagen
werden wir auf der Homepage veröffentlichen. Es ist dann an den
Sportlern, wie sie sich entscheiden. Sollten die Auflagen nicht erfüllt
werden, müssen wir die Lizenz am Veranstaltungstag entziehen. Passiert
dies 2 mal, bekommt der Veranstalter auf absehbare Zeit keine Lizenz
mehr.

Einige Kommentare dürfen aber nicht ungehört bleiben. Wir haben 2 Arten
von Rennen, einmal die "nur Inline-Rennen" und zum anderen die Rennen
in Verbindung mit einem Laufmarathon. Ich habe es bei meinem Vortrag
bei den German-Road-Races selbst erfahren: die Laufveranstalter denken
in "Kosten". Die zusätzlichen Aufwendungen für die Inliner müssen
wieder rein kommen. Bei zurückgehenden Teilnehmerzahlen schwindet auch
die Bereitschaft, dafür Geld auszugeben. Was ist die Folge, entweder
die Inliner fliegen raus oder der Verband fliegt raus. Wenn der Verband
rausfliegt, dann gibt es niemand, der kostenintensive Auflagen macht
und alles ist schön einfach. Und jetzt sind die Sportler gefragt, wenn
diese dann immer noch mitfahren, hat der Verband, hat die Lizenzierung
und letztendlich haben die Sportler verloren. Ich habe den
Laufveranstaltern versucht klar zu machen, dass die Lizenzierung wie
ein Gütesiegel ist und sich die Sportler daran orientieren. Deshalb
müssen auch die Sportler konsequent sein (mal gespannt wieviele beim
Ford-Marathon starten).

Wir gehen einen langen Weg und stehen erst am Anfang. Die Erfahrungen
in diesem kurzen Jahr sind eigentlich nicht sehr ermutigend. Bei jedem
der bisher veranstalteten grossen Laufmarathons gab es für Inliner
Anlass zu Kritik. Hoffen wir das die folgenden besser werden. Hier
möchte ich zwei Gespräche mit den Vereinen in Stuttgart und Düsseldorf
aufgreifen. In Stuttgart arbeitet der Verein sehr intensiv und
verantwortungsvoll beim Stuttgart-Halbmarathon mit. Die Düsseldorfer
wollen sich beim Düsseldorf-Marathon einbringen und aktiv mitarbeiten.
Ich denke, dies ist genau der richtige Weg. Übernehmen wir die
Initative und werden für den Veranstalter zu einem kompetenten Partner,
auf den zu hören sich lohnt.

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