Im Westdeutschen Speedskating Cup 2006 geht es zu
wie im richtigen Leben: Aller Anfang ist schwer. Beim Paderborner
Osterlauf, dem ersten Wertungsrennen des WSC 2006, gab es durchaus
Grund zur Kritik. Doch sollte diese Kritik mit Augenmaß ausgesprochen
werden. Was den Gewinn der WSC-Saisonserie anbetrifft, so wurden in
Paderborn Zeichen gesetzt: Die Sieger des Osterlauf-Halbmarathons Anja
Kühlert vom ISC Münster (41:04) und Markus Pape vom LC Solbad (36:52)
gelten auch als Serienfavoriten. Das trifft auch auf die
Team-Ergebnisse zu. Bei dem Damen dürften die NRW Speed Ladies, bei
denen sich Skaterinnen aus vier NRW-Vereinen zusammen gefunden haben,
als Team kaum zu schlagen sein. Bei den Herren setzte sich das nur aus
Oliver Engel (Gülser Mosel Skater), Michael Puderbach (CJD Homburg) und
Daniel Junker (Ruhrboss 03) bestehende Experts Race Team durch.
Erfreulich beim Saisonauftakt: 275 Männer und 115 Frauen erreichten das
Ziel. Das ist für eine regionale Veranstaltung eine beachtliche
Teilnehmerzahl. Bei den Frauen siegte Anja Kühlert (ISC Münster) mit
einem Vorsprung von drei Minuten vor einer aus elf Damen bestehenden
Verfolgergruppe. Christina Kotthoff von der LG Mönchengladbach und
Christina Hejl vom IST Kassel belegten die weiteren Podestplätze.
Auf die Frage an Oliver Engel (Gülser Mosel-Skater), wer denn bei den
Männern gewonnen habe, antwortete Oliver lakonisch: "Der mit den
längsten Beinen von uns dreien." Und das konnte nur Markus Pape sein.
Markus verwies Oliver zeitgleich auf Rang zwei. Eine
Zehntelsekunden zurück kam Michael Puderbach (CJD Homburg) auf Rang
drei. Zu dieser Spitzengruppe gehörten noch fünf weitere Fahrer.
In der Teamwertung siegten bei den Damen die NRW Speed Ladies vor dem
Team SOS Niederrhein und dem reinen Vereinsteam des weiblichen Speedies
von Bayer 04 Leverkusen.
Sieger in der Team-Gesamtwertung der Herren wurde das Experts Race Team
(3 Fahrer aus 3 Vereinen) vor dem Team der-Rollenshop.de, das sich aus
8 Fahrern aus 5 Vereinen zusammensetzt. Bestes reines Vereinsteam war
Speedskater Düsseldorf Team 1 auf dem dritten Platz der Gesamtwertung
vor dem Speedteam ISC Münster und den Bayer Speedies 1.
Ein Glück, dass die Witterungsbedingungen in Paderborn bestens waren.
Ansonsten hätte es größere Schwierigkeiten geben können. Schon die
Startphase war sehr gedrängt. Leider hatten es die Ausrichter des
Rennens nicht geschafft, die angekündigte Startaufstellung
durchzusetzen. So kam es zu erheblichem Gewusel.
Auch der Auslauf nach dem Ziel war alles andere als optimal geregelt, weil viel zu kurz.
Die größten Probleme bereitete allerdings eine sehr schmale
Fahrradwegpassage mit schwieriger Einfahrt und noch kritischerer
Ausfahrt. Sollte die Paderborner Veranstaltung auch im nächsten Jahr
eine Lizensierung anstreben, wird man über einige Streckenänderungen
zwingend nachdenken müssen.
Ebenso müssen die Kritiker aber auch Verständnis zeigen für die
Anmerkungen von John Gerhards: "Es wird immer schwieriger, in NRW
Straßenrennstrecken für unseren Sport zu finden, die in vollem Umfang
der Wettkampfordnung genügen. Es hilft uns nicht weiter, wenn nur
Kritik geübt wird. Die Kritiker sollten zu den Streckenverantwortlichen
kommen und ihnen konkrete und realisierbare Hinweise auf bessere
Strecken liefern. Wir sind für jeden Hinweis dankbar."
Unbefriedigend war das Verhalten der Organisatoren des Paderborner
Osterlaufs. So wurde im Zusammenhang mit der Siegerehrung nicht mit
einer einzigen Silbe darauf hingewiesen, dass es sich bei diesem
Wettbewerb um die Saisoneröffnung des Westdeutschen Speedskating Cup
2006 handelte. Ebenso wenig wurde auf die Vereine der siegreichen
Sportler aufmerksam gemacht, obwohl sowohl Anja Kühlert (Münster) und
Markus Pape (Borgholzhausen) aus relativer Nähe zu Paderborn kommen.
Der Hinweis auf die Vereine ist deshalb wichtig, weil eben dort die
Aufbauarbeit für unseren Sport geleistet wird.
Nächstes WSC-Rennen – INLINE IN COLONIA – Achtung: Startbestätigung
Das nächste WSC-Rennen findet am 28. Mai 2006 im Rahmen von INLINE IN
COLONIA in Köln statt. Hier sind die Anmeldevoraussetzungen unbedingt
zu beachten.
Grundsätzlich haben ALLE WSC-Pauschalanmelder automatisches Startrecht.
Es sind somit für die speziellen Teamrennen dien Startplätze für die 5
WSC-Damenteams sowie für die 17 WSC-Herrenteams geblockt. Ebenso sind
für alle WSC-Pauschalisten die Startplätze in den beiden finalen
Einzelrennen (Damen – 47 Startplätze; Herren – 132 Startplätze)
reserviert.
Sicherlich wird jedoch das eine oder andere Team, und werden auch
einzelne Damen bzw. Herren aus welchen triftigen Gründen auch immer am
letzten Mai-Sonntag in Köln nicht starten können.
Wer jetzt schon absehbar am 28. Mai in Köln nicht starten wird, sollte
dies dem Veranstalter SSC Kölner Roll-Möpse 98 e.V. bitte schnellstens
mitteilen (info@koelner-rollmoepse.de). Denn dann können diese frei
werdenden Startplätze an andere, die vorerst auf der Warteliste stehen,
vergeben werden.
Es gilt entsprechend dem WSC-Reglement die Ausschreibung für INLINE IN
COLONIA. Wer nicht frühzeitig seinen Startverzicht mitgeteilt hat, muss
als WSC-Pauschalist a) dennoch die Wahrnehmung seines Startrechts bis
zum 20. Mai unter info@koelner-rollmoepse.de bestätigen und b) am
Renntag selber als WSC-Pauschalist bis allerspätestens 90 Minuten vor
dem jeweiligen Start seine Startunterlagen abgeholt haben. Bei
Versäumnis geht das pauschale Startrechts zugunsten Wartender verloren.