Skater-Tod beim Karstadt-Marathon ist nicht sportart-spezifisch

Beim 4. Karstadt-Inline-Marathon am 13.05.07 ist es zu einem bedauerlichen
Todesfall gekommen. Dieser Todesfall ist jedoch nicht – dies wurde von einem
Mitarbeiter des Organisationskomitees bestätigt – auf einen
sportart-spezifischen Skater-Unfall zurückzuführen. Nach Auskunft des
Organisationskomitees kollabierte ein 46 Jahre alter Mann aus Dortmund nach ca.
14 Kilometern und konnte nicht mehr wiederbelebt werden.


Es liegen keine Informationen darüber vor, dass es sich bei dem Toten um einen
vom Fachverband (Deutscher Rollsport- und Inline-Verband – DRIV) lizenzierten
Speedskater handelt. Wettbewerbsorientierte Skater erhalten vom Fachverband
nur dann eine Lizenz, wenn sie sich zuvor einer medizinischen Kontrolle
unterzogen haben. Gefährliche Vorschädigungen sollen dadurch so weit wie
möglich ausgeschlossen und die Belastbarkeit des Athleten festgestellt werden.

An dem Rennen über 42 Kilometer nahmen aber auch sehr viele nicht lizenzierte
Fitness- und Freizeitskater teil. Bei ihnen ist die Gefahr groß, dass sie
ihren Trainingszustand und ihre Belastbarkeit nicht richtig einschätzen
können. Deshalb rät der Deutsche Rollsport- und Inline-Verband sowie der
Rollsport- und Inline-Verband NRW allen Fitness- und Freizeitskatern, den
Kontakt mit Vereinen aufzunehmen und sich fachgerecht beraten zu lassen.

Der Rollsport- und Inline-Verband NRW bedauert den Todesfall zutiefst und
bekundet gegenüber den Angehörigen des Verstorbenen seine tiefe Anteilnahme.

Bedauerlicherweise ist durch den Tod eines Teilnehmers ein dunkler Schatten auf
den Karstadt-Inline-Marathon 2007 gefallen, den diese Veranstaltung keineswegs
verdient hatte. Das von Oberhausen über Gelsenkirchen nach Essen führende
Rennen war bei optimalen Witterungsbedingungen sehr gut organisiert und in
seiner Streckenführung absolut fair. Zur sportlichen Fairness hatte auch die
konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Marathon-Organisationskomitee und dem
RIV-NRW beigetragen. Auf Betreiben des Fachverbands war die Strecke auf den
letzten Kilometern gegenüber den Vorjahren zum Vorteil der Skater verändert
worden. Gleichwohl war es ein herausfordernder Marathon, denn das
Streckenprofil wies einige, vor allem auf den letzten vier Kilometern
strapaziöse Streckenabschnitte aus. Streckenfairness und Streckenprofil
rechtfertigten letztlich jedoch die korrekte Einstufung dieses Rennen als
lizenziertes B-Class-Rennen, womit den Karstadt-Inline-Marathon zu den
höchst-lizenzierten Marathonrennen in Deutschland zählte.

Gewonnen bei den Frauen Anne Biehl (1:27:57) vor Sabrina Rossow, Stephanie
Piepke und Juric Vanja. Dieses Quartett lag nach dem 4-km langen Schlussanstieg
nur vier Sekunden auseinander. Bei den Männern nutzte Michael Puderbach den
Anstieg, um sich von der Spitzengruppe noch 15 Sekunden abzusetzen. Puderbach
siegte in bei diesem schweren Rennen exzellenten 1:13:17 Stunden vor dem
Belgier Jimmy Pierlot. Der deutsche Marathonmeister 2006, Bernhard Krempl,
hatte als Fünftplatzierter 18 Sekunden Rückstand auf den Sieger.

Die größte mediale Aufmerksamkeit zog die dreimalige
Eisschnelllauf-Olympiasiegerin sowie vielmalige Weltmeisterin und
Weltrekordlerin Gunda Niemann-Stirnemann auf sich. Sie war mit ihrer Zeit von
1:53:59 Stunden hoch zufrieden und bemerkte nach dem Rennen im Gespräch mit
dem Landesfachwart Speedskaten des RIV-NRW: "Die langen Anstiege waren für
mich als Eisschnellläuferin doch sehr gewöhnungsbedürftig. Es hat allerdings
riesig Spaß gemacht, da ein solcher Inline-Marathon doch sehr abwechslungsreich
ist. Mit Sicherheit wird dieses Rennen nicht mein letzter Inline-Wettbewerb
gewesen sein."

Hanspeter Detmer
Landesfachwart Fitness/Speedskating im RIV-NRW

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