Inline-Marathon in Köln für 2008 gerettet?


Man
soll die Hoffnung nie aufgeben. Tatsächlich sah es lange Zeit
nicht gut aus, was die Zukunft des Kölner Inline-Marathons
anbetraf. Auch einem der ältesten Inline-City-Marathons – in
Berlin und Köln begann 1997 der deutsche Inline-Marathon-Boom –
drohte wie zuvor Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, München
oder Bonn das Aus. 2000 Starter, so die interne Richtmarke der Kölner
Marathon-Organisatoren, sollte das Minimum sein, das erreicht werden
müsste, um dem diesjährigen 11. Kölner Inline-Marathon
auch das 12. Rennen im Jahre 2008 folgen zu lassen.


Schleppend
war der Verlauf der Voranmeldungen. Schlimmstes war für die
Zukunft zu befürchten. Doch 14 Tage vor dem Startschuss zum
letzten großen City-Marathon in diesem Jahr in Deutschland
zeigte sich ein Silberstreif am Horizont. „Wir haben nunmehr 1962
Anmeldungen", sagte OK-Geschäftsführer Markus Frisch auf
der letzten großen Pressekonferenz. Frage des
RIV-Landesfachwartes Hanspeter Detmer an Jürgen Roters, den
Vorsitzenden des Kölner Marathon-Trägervereins: „Schon
nach dem Rennen 2006 tauchte das Gerücht der Kölner
Letztmaligkeit auf. Dem widersprachen Sie auf der diesjährigen
Frühjahrs-PK, in dem Sie sagten, dass die Speedskater ein fester
Bestandteil des Köln-Marathons seien. Dennoch kam nun erneut das
Gerücht des Skater-Endes in Köln auf. Reichen die 1962
Anmeldungen für dieses Jahr, um die Skaterzukunft zu sichern?"
Antwort Roters: „Ich denke, dass wir die Mindestteilnehmerzahl von
2000 Skatern bis zum Start am 7. Oktober noch schaffen. Und dann
halte ich es für durchaus denkbar, dass die Speedskater auch
2008 in Köln wieder dabei sein werden."

Diese
Kunde stimmt auch den RIV-NRW hoffnungsvoll. Denn im Vorstand der
Fachsparte Speedskaten war angedacht worden, im Rahmen des Kölner
Inline-Marathons 2008 die NRW-Inline-Marathon-Meisterschaft austragen
zu lassen. Entsprechende Verhandlungen waren bislang hinausgeschoben
worden. Nun gehen wir davon aus, dass sie zügig nach dem Kölner
Rennen zustande kommen.

Den
Meisterschaftstest hat Köln durchaus verdient, nachdem die
Beziehungen zwischen den Kölner Organisatoren und dem RIV-NRW
bzw. dem DRIV in den letzten Jahren immer besser geworden sind. Dies
liegt nicht zuletzt an der Beharrlichkeit, mit der der (in Köln
wohnende) stellvertretende Landesfachwart und Oberschiedsrichter für
den Köln-Marathon 2007, Dirk Hagemann, konsequent die
Richtlinien der Wettkampfordnung des Deutschen Rollsport- und
Inline-Verbands durchsetzt. Am auffälligsten wird dies in diesem
Jahr bereits beim Startprocedere. Aus dem ersten Block starten
zunächst nur die männlichen Skater mit Lizenz. Eine Minute
später werden die lizenzierten Frauen gestartet. Erst vier
Minuten später wird das Feld der Fitness- und Breitensportler
auf die 42-km-Reise durch Köln geschickt.

Natürlich
wird ein Stadt-Marathon niemals über einen 100prozentigen
Sahneasphalt verfügen. Aber die Zahl tückischer
Streckenabschnitte wurde gegenüber früheren Jahren in Köln
deutlich reduziert. Auch hieran haben in Köln wohnende
Fachsparten-Vorstandsmitglieder des RIV-NRW wesentlichen beratenden
Anteil. Beispiel: Ursprünglich war nach einer Streckenänderung
geplant, das Rennen im Stadtteil Nippes durch die Kühnstraße
laufen zu lassen. Umgehend intervenierte der in der Nähe
wohnende Landesfachwart Hanspeter Detmer und machte auf fünf (!)
nahezu unüberwindbare, aus gröbsten Basaltpflastersteinen
bestehende Verkehrsberuhigungshöcker aufmerksam. Entsprechend
wurde die Streckenführung geringfügig verändert.

Eine
großräumige Streckenänderung im Kölner Norden
dürfte übrigens zu einer erheblichen Beschleunigung des
Rennens führen. Die bislang in Richtung Nordwest meist bei
Gegenwind zu befahrende Amsterdamer Straße wird nun über
mehr als 2000 Meter schnurgerade in Richtung Südost, hoffentlich
mit Rückenwind, befahren. Dort soll es dann auch zwischen km 33
und km 35 auf einem genau gekennzeichneten Streckenabschnitt eine
spezielle Sprintwertung geben. Wer am schnellsten diese spezielle
Sprintstrecke durchfährt, wird später gesondert geehrt.
Voraussetzung: Der Sprintkönig muss das ganze Rennen absolviert
haben. Er könnte sich theoretisch sogar im hinteren Teil des
Teilnehmerfeldes lange versteckt halten….

Zu
den herausragende Teilnehmern dürfte aus dem NRW-Bereich der
Langstreckenspezialist Markus Pape vom LC Solbad Ravensberg zählen.
Immer ganz oben einzustufen ist Nico Widuwilt aus Gera. Auch der
Sprintspezialist Matthias Schwierz aus Villingen-Schwenningen sowie
Boris Hahn aus Groß-Gerau und der alte Haudegen Michael
Puderbach, beide im Vorjahr Zweite und Dritte, gehören zum
Favoritenkreis. Mit besonderer Motivation kommt aus Berlin Frank
Bussmann, der diesjährige Deutsche Marathon-Meister in der AK30:
„Das Kölsch ist so lecker!"

Bei
den Damen kann man fast schon von einer Weltklasse-Spitze sprechen.
Topfavorisiert ist natürlich die Berlinerin Jana Gegner, die in
diesem Jahr schon ein Rennen der World-Inline-Cup-Serie gewonnen hat.
Zu ihren härtesten Konkurrentinnen dürften die ebenfalls an
der Spitze der WIC-Wertung platzierten Michaela Neuling,
Marathon-Europameisterin 2005, aus Gera sowie Ghizlane Samir zählen.
Ghizlane ist in Ägypten gebürtig, startet für das
London Skaters Speed Team und wohnt in Frankreich. Zum
Favoritinnenkreis gehören aber auch die Gewinnerin der
diesjährigen German-Blade-Challenge-Serie Sandra Widuwilt aus
Gera, die Vorjahressiegerin Jenny Berndt aus Karlsruhe und natürlich
die Neu-Kölnerin Franziska Neuling. Die an der Deutschen
Sporthochschule studierende Franziska fährt bei exakt km 35 auf
der Amsterdamer Straße an ihrer Haustür vorbei und hat
sich für das letzte Saisonrennen – natürlich im Verbund
mit ihrer Schwester Michaela – noch einmal besonders viel
vorgenommen.

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