Ein schönes Fest zum Ende des WSC2007 – mit einigen nachdenklichen Bemerkungen

wsc2007
Das Saisonende war wie der
Saisonverlauf: Eigentlich war alles bestens, wenn da nicht…

Nein, am Tag der Abschlussfeier des
Westdeutschen Speedskating Cups 2007 konnte uns das Wetter nichts
anhaben. Schließlich hatten wir – die Ruhr Bosse 03 Bochum mit
Dirk Wölpert an der Spitze und der Rollsport- und Inline-Verband
NRW dank des großen Engagements von Jugendwart Hanno Krüger
und seiner Helferschar – alles unter Dach und Fach gebracht. Die
Rollsporthalle in Bochum bot uns nach manchem Wetterdesaster während
der Rennsaison die Gewissheit, dass wenigstens die finale Feier
garantiert im Trockenen stattfinden würde.


Und dennoch gab es für fast alle,
die aus dem Raum Aachen, Köln, Bonn, Leverkusen oder vom
Niederrhein anreisten, ein Riesenproblem. Die Autobahnen waren
schlichtweg dicht. Fahrtzeit von Köln nach Bochum für 75
km: knapp drei Stunden. Wesentlich schneller sind Speedskater im
Ziel, wenn sie in Prezelle beim Doppelmarathon starten.

Letztlich aber haben es alle gelassen
hingenommen. Diejenigen, die staufrei Bochum erreichten, brachten
großes Verständnis auf. Und die anderen, die gestresst in
die Halle kamen, relaxten schnell in einer tollen Skater-Atmosphäre.
Schon das Entree ließ nur noch Gutes ahnen: Hier ein Parcours
für Rollgewandtheitsläufe, dort Torwandschießen mit
Skates, oder Zielschießen mit Eishockeyschläger und Ball,
oder Millimeter genaues Abbremsen vor einer Ziellinie. Vor allem die
Jugend hatte ihren Spaß. Und als die staugeschädigten
Nachzügler endlich eintrafen, wurde das Programm nochmals
verlängert.

Dann kam der erste Höhepunkt –
die Ehrung der WSC2007-Sieger bei den Schülern/innen,
Jugendlichen und JuniorInnen. Natürlich wollen wir den
Ausgezeichneten nicht die Freude über ihren Erfolg schmälern.
Aber die Zahlenbilanz im Nachwuchsbereich ist ernüchternd. In
den sechs Nachwuchsklassen (von Schüler C bis Junioren A) gingen
bei den WSC2007-Rennen 46 weibliche und 54 männliche Teilnehmer
an die Starts. Aber nur 11 Mädchen und nur 18 Jungen bestritten
mindestens drei Wertungsrennen und erfüllten damit die
Mindestvoraussetzung für eine WSC-Serienplatzierung. Ganz ohne
Wertung blieben die jüngsten Schülerinnen; von 11
Schüler-C-Knaben kam nur einer in die Wertung. Bedenklich ist
auch die Wettkampfbereitschaft bei den Mädchen. 13
Teilnehmerinnen bei den Schülerinnen B und 17 Starterinnen bei
den Schülerinnen A stimmen zunächst hoffnungsvoll. Am Ende
aber erfüllten nur eine B-Schülerin und 4 A-Schülerinnen
die Serien-Wertungskriterien.

Einziger Lichtblick ist die Kategorie
männliche Jugendliche. In keiner Kategorie gab es so viele
Starter – 16 an der Zahl – wie sonst in keiner anderen
Nachwuchsklasse. Allerdings erfüllten nur 7 die
Serien-Kriterien.

Diese Zahlen sollten vor allem den
Vereinen zu denken geben, die nicht einen einzigen Jugendlichen in
ihren Reihen haben. Ohne Nachwuchs hat kein Sport die Chance, eine
ordentliche Zukunft aufzubauen.

Denen, die in diesem Jahr die
wunderbaren Ehrengaben und Urkunden erhalten haben, wünscht der
Vorstand der Fachsparte Speedskaten im Rollsport- und Inline-Verband
NRW jedoch weiterhin Durchsetzungsvermögen und Erfolge auch in
der Zukunft.

Der Ehrenpflicht, die Sieger
auszuzeichnen, folgte wieder eine Kür. Dieser Wechsel zwischen
Sportspaß und Förmlichkeit war durchaus gelungen. Zumal
alle begierig waren, an der ersten NRW-Biathlon-Staffel für
Inline-Skater teilzunehmen. Junge und Alte, ganz Schnelle und ein
klein wenig Langsamere bildeten ein Quartett. Am Schießstand
galt es nach zuvor geskateter Runde, Petflaschen abzuschießen.
Ansonsten gab es Strafrunden. Am Ende gab es eigentlich nur Sieger,
weil alle ihren Riesenspaß hatten.

Dann ging es weiter mit der
WSC2007-Ehrung. 51 Damen und 78 Herren wurden in der WSC-Wertung
erfasst. Das ist eine bescheidene Bilanz. Aber da die Veranstalter
der Rennen und die Organisatoren der WSC-Serie von wenigen Ausnahmen
abgesehen in der Regel für ihre Saisonarbeit viel Zuspruch
erfahren haben, besteht die Hoffnung, dass sich der gute Ruf der
Serie im Jahre 2008 in hoffentlich steigenden Starterzahlen
ausdrücken wird.

Eine besondere Chance bietet der
Teamwettbewerb, der unbedingt von den Veranstaltern ernster genommen
werden sollte. Die Nachfrage nach echten Teamrennen ist groß.
Acht Damenteams und 17 Herrenteams hatten für den WSC2007
gemeldet. Die echten Teamrennen selbst unter widerlichsten
Wetterbedingungen wie bei Inline in Colonia gehörten zu den
Höhepunkten der Saison.

Fazit der WSC2007- und
Saisonabschlussfeier: Nachdem letztlich doch noch alle den Weg nach
Bochum gefunden hatten, wurde es eine schöne Veranstaltung.

Dank an Ruhr Boss 03 Bochum für
Bereitstellung der Halle und auch für die wunderbare
Verpflegung.

Dank an Hanno Krüger für
seine ideenreiche Vorbereitung dieses Nachmittags mit viel Sport und
noch mehr Spaß.

Dank an Hannos Team, das von den
Ehrengaben angefangen bis hin zur Diaprojektion und zur
Wettkampfbetreuung alles perfekt organisiert und im Griff hatte.

Dank an Daniel Junker
(junkerskates.com) und den TSV Bayer 04 Leverkusen für die
freundliche Unterstützung der Veranstaltung.

Bleibt zum Schluss die Vorfreude: In
eben dieser wunderbaren Bochumer Rollsporthalle werden wir am 1. März
die NRW-Landesmeisterschaften 2008 in der Halle austragen. Dem Erfolg
dieser Veranstaltung dürfte nach den jüngsten Erfahrungen
(wenn alle frühzeitig anreisen) nichts im Wege stehen.

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